Der Gartenbau

Volkswirtschaftlich zählt der Gartenbau zu der Landwirtschaft. Unter Gartenbau versteht man, dass pflanzenbauliche Aktivitäten neben dem Ackerbau, sowie auch die Dienstleistungen, zum Beispiel wie die Vermarktung. Man unterteilt in verschiedene Bereiche. Diese nennt man Nutzpflanzen, Zierpflanzen, Schnittblumen, Stauden, Gehölze und Sträucher, Arznei- und Gewürzpflanzen. In die Abteilung der Nahrungsmittel fallen Obst (Stein-, Kern-, Beerenobst) und Gemüse. Unter anderem fallen auch Speisepilze in den Bereich. Uns bekannte und eher unbekannte Pflanzen werden von Gärtnern angepflanzt, gepflegt und verbessert. Dienstleistungen werden von Gartenbetrieben angeboten, die sich durch Innenraumbegrünungen, durch floristische Arbeiten und Friedhofsgärtnereien, fachkundige Beratung bis über die Gestaltung von Grünflächen und die Instandhaltung von Hausgärten ausdehnen. Für die tägliche Arbeit, die in Gärten anfallen, plant man mit einem sogenannten Gartenkalender.

1822 wurde die Einrichtung Deutsche Gartenbau- Gesellschaft gegründet. Sie gilt als einer der ersten Vereine des Gartenbaus in Deutschland. Es werden unterschiedliche Studiengänge des Gartenbaus an Hochschulen und Universitäten angeboten. Bei diesen eingerichteten Studiengängen kann man die Abschlüsse Bachelor und Master akademisch abschließen. Diese Abschlüsse ersetzen meist den Diplom- Ingenieur. 

Die Geschichte des Gartenbaus in Deutschland
1750 wurde die erste Gartenanlage angelegt in Form des Englischen Parks vom Freiherrn von Münchhausen. Schwöbber, bei Hameln an der Weser, war somit der erste Ort mit einer Gartenanlage. Als nächstes kam der Englische Garten von Hinübers in Marienwerder bei Hannover hinzu. 1756 kam dann ein Park dazu, der beide anderen in den Schatten stellte. Der Park zu Harbke der  bei Helmstedt ist und in Besitz von Graf von Veltheim war. Diesen Garten gibt es immer noch und dort stehen die Jahrhundert alten nordamerikanischen Bäume in Deutschland, vor allem Eichen. 1768 entstand dann der berühmte, immer noch der häufigste bereiste Park von Wörlitz, Schoch und Neumann, wo man vermutet, dass er von einem englischem Plan her entstand und in fantastisch, chinesisch- englischen Stil entstammt. Die sagenhafte Unterwelt der Griechen, der Vulkane, Grotten usw. begeistert immer noch die Betrachter, sowie den Naturfreunden. Dort findet man Gefallen an den großen, gut bebauten Wasserstücken und schönen exotischen Bäumen.

Im zweiten Teil des 19. Jahrhunderts fand die Entwicklung des naturbelassenen Gartenstils in Deutschland statt. Die Stadt Weimar hatte großen Einfluss darauf. Einer der Begründer der neuen Stilrichtung in der Pflanzenkunde, der Lehre von der Struktur der Organismen, war Johann Wolfgang von Goethe. Mit seinem Freund dem Großherzog Karl August gestaltete er die schöne Gegend an der Ilm, im Süden der Stadt, in einen Park um. Noch heute existiert dieser Park, er wurde von dem Fürsten Hermann von Pückler- Muskau verschönert. Ein Professor aus Kiel, Herr Hirschfeld, war ein Vorreiter für den naturbelassenen Gartenstil. Friedrich Ludwig Sckell war die Persönlichkeit in München, der Musteranlagen im dortigen Englischen Garten und in Nymphenburg schuf. Er war ein Meister der ersten Ordnung. Er schuf mit seinem Gehilfen Gärten wie den Garten Meyer Schloss Charlottenburg und andere neue Anlagen bei Sanssouci. Später schuf er die städtischen Anlagen in Berlin allein. Ein besonderer Gartentyp war jedoch der Fürst Hermann von Pückler- Muskau, der um sein Anwesen Muskau, danach hieß es bei Branitz, bis heute unübertreffliche Muster origineller Gärten hinterlässt. Er machte strenge Unterschiede zwischen dem Begriff Garten und Park. Es gibt noch einige schöne Gärten in Deutschland, wie Glienicke, der vom Prinzen Karl von Preußen hergerichtet wurde und ist immer noch im gleichen Zustand. Die Rheinanlagen in Koblenz, die Insel Mainau im Bodensee und der Park von Babelsberg in der Nähe von Potsdam sind weitere. Es gibt noch soviele Gärten, die naturbelassen angelegt wurden.

Jetzt kommt es wieder in Mode, dass sich auch immer mehr junge Eltern einen Garten zu legen, weil da kann man auch „Urlaub“ machen und es ist nicht so teuer, als wenn man irgendwo hin fährt.